Forschungs- und Entwicklungsprojekt
virtueller, verbindender Lernort -
prozess- und aufgabenorientierte Curricula
für die Ausbildung Industriekaufmann/-frau
Startseite
Ausgangssituation
Projektziel
Projektpartner
Stand der Technik
Mehrwerte
Zielgruppen
Nachhaltigkeit
Projektplanung
Literatur
LOPAC-BLOG
Aktuelles
Kontakt
Impressum
Zuletzt geändert am 20.02.2007
Mehrwerte der prozess- und aufgabenorientierten Lernobjekte
Über die Kooperation und Kommunikation hinaus bietet der virtuelle Lernort folgende Mehrwerte: Die folgenden ausführlicheren Darlegungen beziehen sich direkt auf die geplanten Lernobjekte der Plattform.
Branchentypische Referenzmodelle für Geschäftsprozesse
Kaufmännische Arbeitsaufgaben sind Querschnittsaufgaben. Industriekaufleute arbeiten in den verschiedensten Branchen, von der Metall- und Elektroindustrie über die Versorgungswirtschaft bis hin zur Nahrungsgüterindustrie und den industriellen Dienstleistungen.

Beruflichkeit als Ziel der dualen Ausbildung bedeutet demnach auch, sich über den Ausbildungsbetrieb hinaus in Geschäftsprozessen anderer Branchen orientieren und berufliche Arbeitsaufgaben branchenübergreifend übernehmen zu können. Dafür ist es notwendig, in der Praxis erworbenes Wissen in übergeordnete Zusammenhänge einzuordnen und auf andere Anwendungsfelder zu transferieren. Traditionell kam die Berufsschule dieser Bildungsaufgabe durch die fachsystematische Wissensvermittlung nach. Unter den gewandelten Bedingungen der neugeordneten Berufe verliert Fachsystematik an Relevanz, während Prozess- und Aufgabenorientierung an Bedeutung gewinnen.

Ausgearbeitete und mit Informationen hinterlegte Referenzmodelle für typische Geschäftsprozesse verschiedener Branchen können hier als Ansatzpunkte für Wissensvermittlung und -transfer dienen. Darüber hinaus können die flexibel angelegten Referenzmodelle vor Ort betriebs- und ausbildungsspezifisch angepasst werden.

Lernmodelle für kaufmännische Arbeitsaufgaben
Die Entwicklung branchenübergreifenden Verständnisses für Arbeitsaufgaben gehört zu den bedeutenden Zielen beruflicher Ausbildung. Vielfältige didaktische Ansätze bieten hier nach Kompetenzniveaus gestufte Lernmodelle für Arbeitsaufgaben. Sie unterstützen das Lernen für den Beruf und in der Arbeit gleich auf mehrfache Weise. So vermitteln sie
  1. die Visualisierung der typischen Handlungsstruktur dieser Arbeitsaufgabe,
  2. einen Orientierungsrahmen für die Einbindung in übergeordnete organisatorische,
    wirtschaftliche und politische Zusammenhänge,
  3. Anleitungen und Material für Selbstlernaktivitäten,
  4. produktunabhängige Darstellungen der Integration von Arbeitsaufgaben und Werkzeugen kaufmännischer Sacharbeit.
Wegen des hohen Entwicklungsaufwandes ist es nötig, sich auf wenige, dafür aber zentrale und auch gut transferierbare Arbeitsaufgaben zu konzentrieren. Auch hier sollen dynamische Programmstrukturen eine betriebs- und ausbildungsspezifische Anpassung erlauben.
Lernfeldbezogene interaktive Seminare und Prüfungstrainer
Die breite Masse der aktuell am Markt verfügbaren kaufmännischen Lernsoftware für Auszubildende ist fachorientiert und deckt im Wesentlichen die Bereiche Allgemeine Grundlagen der BWL und Grundlagen der Buchführung ab. Damit ist ein Einsatz im berufsschulischen Unterricht nur punktuell möglich, vollständige Lernfelder werden nicht unterstützt.

Der Mehrwert lernfeldbezogener interaktiver Seminare und Prüfungstrainer ergibt sich aus folgenden Einsatzmöglichkeiten:

Besondere Synergieeffekte lassen sich erzielen, wenn sich die Praxisbeispiele in den Seminaren auf Modellunternehmen beziehen, die ebenfalls Lernobjekte der Plattform sind

Simulationen in Modellunternehmen
Der Einsatz von Modellunternehmen in der kaufmännischen beruflichen Bildung gewinnt seit einigen Jahren zunehmend an Bedeutung. Handlungsorientierte Problemlösungen, Simulationen von Entscheidungen, Demonstration von Abläufen, Schulungen an Systemen der Unternehmensplanung und -steuerung - all das ist ohne Modellunternehmen undenkbar.

Leider kann die Qualität bestehender Modellunternehmen häufig nicht befriedigen. Das betrifft sowohl die Präsentationsformen, als auch die Datenintegrität, den Datenumfang und die abgedeckte Bandbreite hinsichtlich Branchen und Unternehmensformen

.

Für den umfassenden Einsatz in der beruflichen Ausbildung muss ein Modellunternehmen in folgenden Präsentationsformen vorliegen:

  1. Handbuch mit Unternehmensbeschreibung und Auflistung der Stammdaten,
  2. multimediale Präsentation zum Unternehmen, zu Produkten, Märkten,
    Organisationsstruktur und Geschäftsprozessen,
  3. Datenkranz für Simulationssoftware für kurz-, mittel- und langfristige Entscheidungen,
  4. Datenkranz (Modellmandant) für ERP-Software,
  5. komplexe Lernsituationen und Fallstudien inklusive Arbeitsmaterial.
Die Mehrwerte eines solchen Modellunternehmens als Lernobjekt in der kaufmännischen beruflichen Ausbildung liegen auf der Hand: Es ist offensichtlich, dass eine außerbetriebliche berufliche Ausbildung nach hochwertigen Modellunternehmen verlangt. Die Darstellung der Mehrwerte macht jedoch darüber hinaus deutlich, dass auch in der dualen Ausbildung solche komplexen Lernobjekte außerordentlich nutzbringend einsetzbar sind.