Forschungs- und Entwicklungsprojekt
virtueller, verbindender Lernort -
prozess- und aufgabenorientierte Curricula
für die Ausbildung Industriekaufmann/-frau
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Zuletzt geändert am 20.02.2007
Lernort Betrieb
Die Voraussetzungen für den Einsatz neuer Medien in der betrieblichen kaufmännischen Ausbildung sind praktisch in allen ausbildenden Unternehmen gegeben. Trotz der Fülle und Vielfalt verfügbarer E-Learning-Tools, verbleiben die meisten Produkte in wissensorientierten Fachansätzen bzw. gehen von praxisfremden verspielten Beispielen aus. Hier seien beispielhaft das Portal "fachschule online" des Bildungsverlags EINS GmbH und die Kurse "easy business" von bit media e-Learning solution GmbH & Co KG genannt.

Positive Ansätze sehen wir in der Einrichtung von Informationsplattformen, wie z. B. "www.azubi.net" sowie Lernplattformen mit Online-Communities, wie z.B. "www.vivo.de", dem virtuellen Ausbildungsverbund der Region Ostwestfalen-Lippe. Allerdings lassen auch diese genannten Beispiele aufgrund ihrer spezifischen Zielsetzungen und Enstehungskontexte ein schlüssiges curriculares Konzept in Bezug auf Prozess- und Aufgabenorientierung im Sinne von LOPAC vermissen.

Lernort Schule
Die Voraussetzungen für den Einsatz neuer Medien in der schulischen kaufmännischen Ausbildung sind vielfach gut. Grundsätzlich ist bei der Hardwareausstattung mit stetigen Verbesserungen zu rechnen. Nicht befriedigen können die IT-Einsatzkonzepte in vielen beruflichen Schulen. Statt eines integrierten Einsatzes im fächerübergreifenden Unterricht, wird vielfach ein Fachunterricht Datenverarbeitung angeboten, was auf Werkzeugschulungen bzw. Produktschulungen hinausläuft. Neben einem höheren Organisations- und Vorbereitungsaufwand werden häufig fehlendes Engagement bei Fachlehrern bzw. Mangel an Unterstützungsmaterialien als Ursachen für diese Defizite angeführt.

Elektronische Lehr- und Lernmedien für den Einsatz in der beruflichen Schule beschränken sich meist auf die mediale Aufbereitung von Fachwissen. Prozess- und aufgabenorientierte Ansätze sind kaum zu entdecken. So hat z.B. der Winklers-Verlag auf der Basis seines Erfolgsbuches zur Finanzbuchhaltung von Schmolke und Deitermann eine Lernsoftware "FiBu on Screen" entwickeln lassen. Diese Perpetuierung einer abstrakten und teilweise wirtschaftlich irreführenden Didaktik des Rechnungswesens ist abzulehnen. Rechnungswesen muss als Wirtschaftsinstrument zur Steuerung von Geschäftsprozessen und integriert in kaufmännische Arbeitsaufgaben vermittelt werden.

Unbefriedigend sind ferner die Möglichkeiten des didaktischen Einsatzes von Finanzbuchhaltungs- bzw. ERP-Systemen im kaufmännischen Unterricht. Es mangelt an realitätsgerechten, gut gepflegten Modellmandanten und an didaktischem Material dazu. Zudem sind die Berufsschulen mit der Systempflege und Administration häufig allein gelassen.

Lernortkooperation
Die praktische Organisation einer Kooperation gestaltet sich mit herkömmlichen Mitteln meist schwierig. Eine Austauschplattform kann hier wirksame und kostengünstige Kommunikationswege und -räume bieten. Insofern macht es Sinn, von einem virtuellen Lernort als Brücke zwischen den beiden realen Lernorten zu sprechen.
Über die Kooperation und Kommunikation hinaus bietet der virtuelle Lernort eine Vielzahl von Mehrwerten.